Meine Tageslichtlampe: Wie Licht meine Stimmung und Kreativität beeinflusst
Manchmal sind es die unscheinbaren Dinge, die im Alltag einen größeren Unterschied machen, als wir zunächst vermuten. Bei mir war es eine Stehlampe.
Keine Designikone, kein besonders dekoratives Wohnaccessoire und schon gar kein Gegenstand, den ich mir aus ästhetischen Gründen angeschafft hätte. Meine Tageslichtlampe sollte vor allem eines: mir helfen, wenn meine Stimmung im Keller war und mir das fehlende Licht zu schaffen machte.
Dass sie irgendwann zu einem festen Bestandteil meiner kreativen Arbeit werden würde, hatte ich damals gar nicht im Sinn.
Heute möchte ich erzählen, warum ich mir die Lampe angeschafft habe, welche Erfahrungen ich damit gemacht habe und weshalb gutes Licht für mich nicht nur eine Frage der Beleuchtung ist.
Wie ich zu meiner Tageslichtlampe kam
Vor einigen Jahren ging es mir zeitweise nicht besonders gut. Meine Stimmung war niedergedrückt, und mein Arzt empfahl mir eine Lichttherapie.
Ich hatte allerdings wenig Lust, dafür regelmäßig in die Praxis zu fahren. Also beschloss ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, und kaufte mir eine Tageslichtlampe.
Wenn ich schon eine Lichttherapie machen sollte, wollte ich sie möglichst unkompliziert in meinen Alltag integrieren.
Damals arbeitete ich noch an meinem hohen A1-Zeichenschrank. Als Designerin war ich es gewohnt, im Stehen zu arbeiten. Das habe ich übrigens bis heute beibehalten. Wenn ich kreativ tätig bin, stehe ich am liebsten.
Die Stehlampe stellte ich neben meinen Arbeitsplatz und richtete sie so aus, dass sie meine Arbeitsfläche beleuchtete.
Damit hatte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich konnte die empfohlene Lichttherapie in meinen Alltag einbauen und hatte gleichzeitig gutes Licht zum Arbeiten.
Praktischer geht es eigentlich kaum.
Was ich an meiner Tageslichtlampe schätzen gelernt habe
Ich setzte die Lampe immer dann ein, wenn mir das natürliche Tageslicht nicht mehr ausreichte.
Im Winter war sie deshalb oft einen großen Teil des Tages eingeschaltet. Im Sommer brauchte ich sie dagegen überhaupt nicht.
Und ich bemerkte durchaus einen Unterschied.
Das helle Licht tat mir gut. Ich fühlte mich wacher, konnte mich länger auf meine Arbeit konzentrieren und hatte mehr Motivation, mich einer Aufgabe zu widmen.
Gerade wenn man kreativ arbeitet, ist das nicht unwichtig. Man braucht nicht nur Zeit und Ideen, sondern auch die Bereitschaft, sich auf eine Sache einzulassen, auszuprobieren, Entscheidungen zu treffen und manchmal eine ganze Weile an etwas dranzubleiben.
Für mich machte es einen spürbaren Unterschied, ob ich bei gutem, hellem Licht arbeitete oder ob mein Arbeitsplatz nur unzureichend beleuchtet war.
Natürlich kann ich nicht sagen, welchen Anteil die Lampe an jeder einzelnen Veränderung meiner Stimmung hatte. Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung berichten.
Aber die war eindeutig positiv.
Warum Licht mehr ist als eine Frage der Helligkeit
Wir nehmen Licht oft erst dann bewusst wahr, wenn es fehlt.
An einem hellen Sommertag fällt es uns leicht, nach draußen zu gehen, etwas zu unternehmen oder uns mit einer Aufgabe zu beschäftigen. An einem dunklen Wintertag kann sich dagegen schon der Start in den Tag mühsamer anfühlen.
Das ist nicht nur Einbildung.
Licht spielt eine wichtige Rolle für unsere innere Uhr. Es hilft unserem Körper, den Tag-Nacht-Rhythmus zu regulieren, und beeinflusst damit unter anderem unsere Wachheit und unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
Bei manchen Menschen können helle Lichtquellen, die gezielt eingesetzt werden, auch bei saisonal bedingten Stimmungstiefs helfen. Die Lichttherapie wird deshalb beispielsweise bei saisonal abhängigen Depressionen eingesetzt.
Allerdings ist nicht jede helle Lampe automatisch eine wirksame Lichttherapielampe. Entscheidend sind unter anderem die Lichtstärke, der Abstand, die Dauer und der Zeitpunkt der Anwendung.
Auch die persönliche Situation spielt eine Rolle. Wer über längere Zeit unter einer niedergedrückten Stimmung leidet, sollte ärztlichen Rat einholen, statt sich allein auf eine Lampe zu verlassen.
Bei mir war die Tageslichtlampe Teil einer ärztlich empfohlenen Maßnahme. Und sie wurde zu einem Hilfsmittel, das ich gerne und regelmäßig nutzte.
Licht und Kreativität: Warum ich gutes Arbeitslicht so wichtig finde
Wenn ich heute mit Farben, Papieren und unterschiedlichen Materialien arbeite, achte ich nach wie vor auf gutes Licht.
Gerade bei meiner Mixed-Media-Arbeit spielen Farben, Kontraste und Strukturen eine große Rolle. Ich kombiniere unterschiedliche Papiere, experimentiere mit Mustern und überlagere Farbflächen. Manchmal passen zwei Drucke wunderbar zusammen, manchmal funktioniert eine Kombination überhaupt nicht.
Dann wird geschoben, gedreht, verändert und wieder verworfen.
Wer schon einmal versucht hat, ähnliche Farbtöne bei schlechtem Licht zu unterscheiden, weiß, wie mühsam das sein kann. Unter ungünstigen Lichtbedingungen wirken Farben anders, und feine Details lassen sich schlechter erkennen.
Gutes Licht erleichtert mir deshalb ganz konkret die gestalterische Arbeit.
Aber ich habe auch erlebt, dass ich mich bei hellem Licht wacher fühlte und länger konzentrieren konnte. Das machte es mir leichter, mich mit einer Aufgabe zu beschäftigen.
Ob Licht unsere Kreativität unmittelbar steigert, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Kreativität hängt von vielen Faktoren ab: von unserer Stimmung, unseren Erfahrungen, unserer Neugier, der Umgebung und davon, ob wir uns die Zeit nehmen können, uns auf einen Prozess einzulassen.
Für mich persönlich gehört gutes Licht zu den Bedingungen, unter denen ich gerne kreativ arbeite.
Und das allein ist schon viel wert.
Wenn die Ideen schneller kommen als die fertigen Bilder
Inzwischen arbeite ich mit meiner Gelli Plate und produziere eigene Drucke, die ich später zu Mixed-Media-Collagen zusammenfügen möchte.
Dabei entstehen oft überraschende Farbflächen, Strukturen und Muster. Manche Drucke überarbeite ich mehrfach, andere bleiben zunächst so, wie sie sind.
Und manchmal habe ich einen ganzen Stapel schöner Papiere vor mir, ohne dass ich schon weiß, welche davon am Ende zusammenpassen werden.
Früher hätte ich vielleicht versucht, schneller zu einem fertigen Ergebnis zu kommen. Heute lasse ich mir lieber Zeit. Nicht jede Kombination überzeugt mich sofort, und ich möchte meine Lieblingsdrucke nicht nur deshalb zerschneiden, weil endlich eine Collage fertig werden soll.
Kreatives Arbeiten bedeutet schließlich nicht, möglichst viele fertige Bilder in möglichst kurzer Zeit herzustellen.
Manchmal besteht es darin, zu experimentieren, Möglichkeiten zu entdecken und etwas erst einmal liegen zu lassen.
Dabei hilft mir eine Umgebung, in der ich mich wohlfühle und konzentrieren kann. Gutes Licht gehört dazu.
Die Tageslichtlampe kann mir keine Bildidee liefern und auch nicht entscheiden, welche Farben zusammenpassen. Aber sie unterstützt mich dabei, mich meiner Arbeit zu widmen.
Und manchmal ist genau das der entscheidende Anfang.
Kleine Veränderungen, die kreatives Arbeiten erleichtern können
Wer selbst gerne malt, zeichnet, collagiert oder mit anderen Materialien experimentiert, muss nicht gleich ein eigenes Atelier einrichten.
Natürlich wäre ein Raum, in dem alle Materialien liegen bleiben dürfen, wunderbar. Aber nicht jeder hat diese Möglichkeit.
Manchmal sind es schon kleine Veränderungen, die den Einstieg erleichtern:
Für gutes Licht sorgen: Eine geeignete Arbeitsplatzbeleuchtung hilft dabei, Farben und Details besser zu erkennen.
Den eigenen Rhythmus beachten: Manche Menschen sind morgens besonders konzentriert, andere kommen erst später in Schwung.
Materialien griffbereit halten: Wenn die wichtigsten Dinge schnell zur Hand sind, fällt es oft leichter, einfach anzufangen.
Nicht jedes Mal ein fertiges Ergebnis erwarten: Experimentieren darf auch dann sinnvoll sein, wenn noch kein abgeschlossenes Kunstwerk entsteht.
Pausen zulassen: Konzentration ist nicht unbegrenzt verfügbar. Manchmal hilft es, kurz Abstand zu gewinnen und später mit frischem Blick weiterzuarbeiten.
Und wer sich für eine Tageslichtlampe interessiert, sollte sich vor dem Kauf informieren, ob das gewählte Modell für den gewünschten Zweck geeignet ist. Eine Lampe für die allgemeine Arbeitsplatzbeleuchtung erfüllt nicht automatisch dieselben Anforderungen wie ein Gerät für die Lichttherapie.
Mein Fazit: Licht kann einen Unterschied machen
Meine Tageslichtlampe habe ich ursprünglich gekauft, weil mein Arzt mir wegen meiner niedergedrückten Stimmung eine Lichttherapie empfohlen hatte.
Ich wollte diese Empfehlung möglichst unkompliziert in meinen Alltag integrieren. Dass ich die Lampe gleichzeitig für meine kreative Arbeit nutzen konnte, war ein praktischer Nebeneffekt.
Mit der Zeit wurde sie zu einem festen Bestandteil meines Arbeitsplatzes. Das helle Licht tat mir gut, ich fühlte mich wacher und konnte mich länger konzentrieren. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen.
Heute sehe ich die Lampe auch als Erinnerung daran, wie wichtig die Bedingungen sind, unter denen wir arbeiten und leben.
Wir können nicht alles beeinflussen. Nicht jede Stimmung lässt sich einfach verändern, und nicht jede kreative Blockade verschwindet, wenn wir das Licht einschalten.
Aber manchmal können wir es uns ein wenig leichter machen.
Mit besserem Licht. Mit einem Arbeitsplatz, an dem wir uns wohlfühlen. Mit Materialien, die uns neugierig machen. Und mit der Erlaubnis, etwas auszuprobieren, ohne sofort ein perfektes Ergebnis liefern zu müssen.
Vielleicht beginnt Kreativität manchmal tatsächlich mit einem kleinen Schritt.
Mir hat damals tatsächlich eine spezielle Stehlampe geholfen.
Und die steht sinnbildlich für etwas, das ich heute noch wichtig finde: Wir dürfen uns die Bedingungen schaffen, die uns guttun und uns dabei helfen, das zu tun, was uns Freude macht.